Trine 4: The Nightmare Prince

Die Feierabende der vergangenen Woche habe ich zum Großteil dem kürzlich erschienenen Puzzle-Plattformer Trine 4: The Nightmare Prince gewidmet. Ich muss gestehen, das Spiel, das am 08. Oktober veröffentlicht wurde, hat mich gar nicht mehr losgelassen und einige Abende wurden daher durchaus etwas spät. In meiner kleinen Rezension findet ihr die Story zu Trine 4, ein paar hübsche Eindrücke zur Grafik und Spielmechanik und mein Fazit zu Teil 4 rund um die drei Helden Amadeus, den Zauberer, Zoya, die Diebin, und Pontius, den Ritter.

Die Story

Einige Zeit ist seit dem letzten Abenteuer unserer drei Helden vergangen, als sie wieder zusammengerufen werden zu einer neuen, großen Aufgabe. Prinz Selius, der wegen seiner andauernden Alpträume in der Astralakademie zu seiner eigenen Sicherheit festgehalten wird, ist davongelaufen, da er fürchtet alles und jeden um sich herum in Gefahr zu bringen. Der Grund dafür: Er hat seine Alpträume nicht unter Kontrolle, vielmehr kontrollieren sie ihn. Sie brechen geradezu aus ihm heraus, zeigen sich in Gestalt von geifernden Wölfen und riesigen Spinnen und projizieren auch die Ängste aller um ihn herum in schattenhafte Gestalten.
Durch die Kraft des Trine finden unsere drei Helden Amadeus, Zoya und Pontius wieder zu einander. Der Trine ist ein magisches Artefakt, was unser Dreiergespann zu einer Person verschmilzt und sie so gezwungen sind, zusammen zu agieren und ihre Fähigkeiten mit einander auszuloten.
Die Aufgabe der drei: Den Prinzen finden und ihn von seinem Leiden (seinen Alpträumen) befreien. Nicht gerade einfach, wenn man bedenkt, dass der Alptraumprinz mit der Zeit immer labiler und seine Alpträume immer stärker werden. Nicht zuletzt muss jeder der drei auch gegen seine ganz persönlichen Ängste antreten.

Die Fähigkeiten der drei Helden

Wie in den Vorgängerspielen 1, 2 und 3 können wir auch in Teil 4 im Singleplayer-Modus wieder schnell zwischen den drei Charakteren wechseln und ihre individuellen Fähigkeiten nutzen.

Trine 4 - Die Helden

Amadeus

Der stets optimistische Zauberer kann Metallkisten, -planken und -kugeln herbeizaubern, sie schweben lassen und geschickt an passender Stelle positionieren. Auch können wir mit ihm alle anderen Gegenstände, die es so zu finden gibt, schweben lassen und an einer günstigen Stelle absetzen. Anfangs können wir mit ihm nur eine einzelne Kiste herbeizaubern, später gelingen uns bis zu drei Gegenstände gleichzeitig.

Zoya

Die gerissene Diebin ist mit Pfeil und Bogen unterwegs und kann sich mit einem Enterhaken an einem Seil durch die Lüfte schwingen. Mit Verlauf des Spiels lernt Zoya einen Eis- und Feuerpfeil. Damit können wir Dinge einfrieren, wie z.B. sich drehende Plattformen, oder Tasten für einen Öffnungsmechanismus entzünden. Sehr praktisch ist es auch, dass wir uns mittels Enterhaken an einer Kiste des Zauberers hochziehen können oder mit dem Feenseil (diese Fähigkeit erlangen wir im Verlauf des Spiels) Kisten schweben lassen können.

Pontius

Trine 4 - SchildreflexionUnter der harten Rüstung des stets hungrigen und etwas poltrigen Ritters Pontius schlägt das Herz eines treuen Gefährten. Mit Schwert und Schild bewaffnet ist er eine wahre Hau-drauf-Maschine und wir können mit ihm am besten von allen dreien gegen Feinde im direkte Kampf antreten. Mit waagerecht gehaltenem Schild können wir Klippen hinunter gleiten und mit einem gewaltigen Stampfer Feinde betäuben und so ordentlich Schaden zufügen. Bei mir ist er so stets im Einsatz, sobald sich Gegner ankündigen. Mit seiner Fähigkeit nach vorn zu stürmen gelingt es uns auch Gegenstände zu schleudern und somit instabile Wände zum Bersten zu bringen. Und er kann mit seinem Schild Licht reflektieren, was wir in vielen Situationen beim Rätselknacken brauchen.

Die Spielmechanik

Trine 4 - Wie kommt man nur an die Erfahrungspunkte ran?Wer die ersten drei Teile von Trine kennt wird schnell merken, dass sich nicht all zu viel an der Spielmechanik geändert hat. Wir können zwischen den drei Helden, dem Zauberer, der Diebin und dem Ritter, beliebig hin und her wechseln und die speziellen Fähigkeiten jedes einzelnen nutzen. Was deutlich zugenommen hat, sind die Puzzleabschnitte. An vielen Stellen müssen wir gezielt kombinieren und die Fähigkeiten unserer drei Helden geschickt einsetzen. So kommen wir manchmal erst weiter, wenn wir das Ankerseil der Diebin mit dem Schwebezauber des Zauberers kombinieren oder einen Eispfeil der Diebin genau so platzieren, dass eine sich drehende Plattform eingefroren wird, um auf ihr eine vom Zauberer herbeigerufene Metallkugel mit der überirdischen Kraft des Ritters im richtigen Moment gegen eine Wand zu schmettern. – Und das nur als Ausblick!

Trine 4 - Bosskampft AlptraumwolfAber auch kampftechnisch hat Trine 4 einiges zu bieten. Immer wieder gilt es, neben den zahlreichen Rätseln, Kämpfe gegen die Alpträume des Prinzen zu bestehen. So auch gegen einige Bosse, die nicht immer ganz leicht zu besiegen sind. Manchen, wie diesem Alptraumwolf, muss man erst gezielt mit Ritter Pontius auf den Kopf stampfen, damit er für ein paar Sekunden benommen ist, um ihm so ein paar kräftige Hiebe zu verpassen.

Allein oder gemeinsam jede Menge Spielspaß

Egal ob im Singleplayer- oder kooperativen Modus: Trine 4 war für mich seit Langem mal wieder ein echtes Highlight in meinem Gamingrepertoire! Und wer Spaß am Rätseln hat, für den ist dieser Plattformer auf jeden Fall sehr gut geeignet! Die Puzzleelemente überwiegen ganz klar. Wer also eher für ausgedehnte Kämpfe gegen harte Gegner ist, sollte zu anderen Spielen greifen.

Im Singleplayer-Modus spielt ihr nur eine Figur und könnt mittels 1, 2, 3-Auswahl aber jeder Zeit den Helden wechseln. Stirbt ein Held, könnt ihr einfach zum nächsten wechseln und nach kurzer Zeit sind auch alle drei wieder verfügbar. Das sorgt dafür, dass das Spiel verhältnismäßig schnell vorwärts geht, da ihr nicht ständig zum letzten  Speicherpunkt zurück müsst, um eure Helden zurückzubekommen. Das macht das Spiel vielleicht auf eine gewisse Art „leicht“, sorgt aber auch für weniger Frust und hält den Spaß am Rätseln und Erforschen aufrecht.

Trine 4 - Multiplayer-ModusDer Multiplayer-Modus ist in zwei Bereiche geteilt: Offene Spiele, in die ihr sozusagen jeder Zeit ein- und aussteigen könnt, und geschlossene Spiele mit Passwort. Diese sind eher für Freunde gedacht, die sich zum gemeinsamen Zocken verabreden. Tretet ihr einem offenen Spiel bei, kommt ihr in eine bunte Truppe, in der bis zu drei Helden gleichzeitig aktiv sind. Dabei wird zwischen klassischem und unbegrenztem Modus unterschieden. Beim klassischen Modus ist jeder Held nur einmal aktiv. Beim unbegrenzten Modus können die Spieler auch zwei gleiche Helden zeitgleich ausgewählt haben.
Ohne Absprache ist es im Multiplayer-Modus allerdings gerade für Einsteiger schwer, die Fähigkeiten der Charaktere im richtigen Moment abgepasst zu nutzen, um einen reibungslosen Spielfluss zu ermöglichen. So schön, wie im Video dargestellt, läuft es daher meistens im Multiplayer-Modus nicht ab.

Fazit

Mein Fazit zu „Trine 4: The Nightmare Prince“ ist dennoch auf jeden Fall positiv. Für den holprigen Multiplayer-Modus können die Entwickler nichts, sondern nur ungeübte Spieler, wie ich. Noch! 🙂 Allen voran punktet das Spiel mit seiner herrlichen Grafik, die selbst in runtergeschraubten Einstellungen noch super gut aussieht. Malerisch, phantasiereich und bezaubernd würde ich den Großteil der Landschaften nennen, durch die wir in der Geschichte wandern.

Trine 4 - herrliche Landschaften

Super schön ist auch wieder die Musik, die sich ruhig und dramatisch je nach Situationen und Kampfszenen anpasst und sofort ins Ohr geht.

Alles richtig gemacht haben die Entwickler meiner Meinung nach auch mit kleinen Details wie lustigen Kommentaren, welche die Helden ab und zu von sich geben, wie von Ritter Pontius: „Da wartet vielleicht ein Sack Kartoffeln auf uns. Da höre ich doch gleich meinen Magen knurren.“ Oder Zoya, bei der Aussage Amadeus`, der auf eine verfallene Burg hinweist und meint, hier müsste man mal wieder herkommen, wenn sie wieder hergerichtet ist: „Ja, da gibt es sicher jede Menge zu stehl… äh, zu entdecken.“
Und apropos kleine Details: Wer dieser niedlichen Robbe kein „Oh, wie süß!“ abringen kann, hat doch wohl irgendetwas falsch gemacht!

Trine 4 - süße Robbe

Einen großen Pluspunkt bekommt auch das Thema „Viele Wege führen zum Ziel“. Die zahlreichen Rätsel im Spiel sorgen teilweise für rauchende Köpfe und nervöse Finger an zuckenden Oberlippen. Und sobald man denkt, man hat den einen Weg gefunden, fallen einem glatt noch zwei weitere auf, mit denen es auch hätte funktionieren können. Oder vielleicht geht es euch auch wie mir, die später im Multiplayer-Modus die Mitspieler beobachtet hat und ihr sagt euch auch: „Hmhm, so leicht gehts auch? Ok, meine Variante war irgendwie komplizierter.“ Die Fähigkeiten der drei Charaktere ermöglichen viele Kombinationen, mit denen es auch beim nochmaligem Spielen noch viel zu entdecken gibt.
Und beim Thema entdecken fällt mir noch ein: Erfolge gibts für das Entdecken versteckter Gegenstände im Spiel und dem Sammeln aller Erfahrungspunkte (rosafarbene Tropfen). So kommt man in Sammlerwut und Finderdrang, was auch Lust macht „Trine 4: The Nightmare Prince“ noch ein zweites und drittes Mal zu spielen.


Ich wünsche euch daher ganz viel Spaß, wenn ihr nun Lust aufs Spielen bekommen habt, und viel Erfolg bei kniffligen Rätseln und tückischen Bossen!

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